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Unter Anderen - among others, 4
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     
     

31. August - 16. September 2001
Eröffnung am Freitag, den 31. August 2001
As special guest: Kyoko Sawanabori [JAP] mit >honey, beauty, tasty<
Performance für Video und Turntables.

     


Im Anschluß an eine 1wöchige Arbeitsphase und ein Symposion [am 26.8.] werden Klanginstallationen und Performances von MusikerInnen und KünstlerInnen aus Italien, Japan, der Tschechischen Republik, Australien, Flandern und Deutschland gezeigt.
Jede Arbeit basiert dabei auf der Zusammenarbeit von intermedial orientierten KünstlerInnen und MusikerInnen.
Am 3. September 2001 reisen die beteiligten KünstlerInnen weiter nach Belgien. Dort werden auf der Basis der in Dortmund gesammelten Erfahrungen neue Arbeiten von den Kollaborationspartnern entwickelt.
Die Ausstellung IM(7-9/9) on very special, brief occasions wird am 7. September
2001 um 20 Uhr in Genk [Belgien] in der Koolmijn Waterschei eröffnet.

       
     

Unter Anderen - among others,4 zeigt internationale Dialoge zwischen Musikern und bildenden Künstlern. Die Installationen und Performances der Ausstellung forschen auf unbekanntem Terrain. Unter Anderen - among others,4 zeigt Kommunikation, motiviert von der Bestimmung der eigenen Position einerseits und der Neugier auf den Standpunkt des Gegenübers andererseits. Ziel sind nicht vereinte Farben, sondern Erfahrungen mit dem Anderen.

Darüberhinaus sind die Künstler Vertreter unabhängiger, nicht kommerzieller Initiativen ihrer Heimatländer, die erklärtermaßen das Interesse, interdisziplinäre Kunst zu fördern, teilen. Unter Anderen - among others,4 etabliert ein Kommunikationsforum von Künstlern und Kunstvermittlern, in dem mit Unterschieden und Erfahrungen - unabhängig von historischen Sinnzusammenhängen und politischen Strukturen - experimentiert werden kann.

       
     

Teilnehmende KünstlerInnen:

Ludo Engels (B) & Stevie Wishart (AUS)
Annalisa Cattani, Dario Parisini & Fabrizio Rivola (I)
AUVID [Ales Killian, Ladislav Zelezny] & Vaclav Ondrousek, Dusan Urbanec (CZ)
Yukio Fujimoto & Hiroko Ichihara (JAP)
Harald Busch (D) & Dirk Wachtelaer (B)

 
     

 
         
      Ludo Engels (B)
&
Stevie Wishart (AUS)
   
   
         
     
Ludo Engels (*1961) Belgien
Das Oeuvre des belgischen Multimediakünstlers Ludo Engels reicht von komponierter und improvisierter Musik über Photographien und Installationen bis hin zu interaktiven Computerprojekten. In seinem Bemühen alles Audielle und Visuelle auf seine Grundparameter zu vereinfachen, führen seine Untersuchung stets zu unerwarteten und rätselhafte Formen. Ludo Engels Farbkompositionen sind – so ungegenständlich sie auf den ersten Blick erscheinen – immer Abbilder einer Wirklichkeit, Produkte einer im wissenschaftlichen Sinne experimentellen Recherche. Bevor die Bildwelt des Künstler die Retina des Betrachters berührt sendet er das Licht durch eine Vielzahl von Medien. Vielleicht ist das Bild der Lochkamera, das einen vergrößerten Ausschnittes eines nicht decodierbaren Fernsehprogrammes zeigt, und im Computer um ein 1000-faches gestreckt wurde, der der naturalistische Blick eines Insekts auf einen Regentropfen.
 
       
         
      Stevie Wishart (*1951) Australien Die Musik der in Australien geborenen Sängerin, Interpretin (speziell für alte Instrumente), und Komponistin Stevie Wishart bewegt sich in den Extremen zwischen “Alter Musik” und “Zeitgenössischer elektronischer Musik”. Nach dem Studium arabischen und spanischen Kompositionen des ausgehende Mittelalters, erlangte sie früh Erste Preise und Aufmerksamkeit als Interpretin von Meisterinnen des Mittelalters, zb. Hildegard von Bingen. Unbekanntere KompnistInnen dieser Zeit hat Stevie Wishart in Musikarchiven zum Teil recherchiert und wiederentdeckt. Zeitgleich entwickelte sie jedoch eine eigene klangliche Sprache im Dialog mit bildenden Künstlern, Lyrikern und Musikern wie Fred Frith, Ikue Mori, Chris Man, Rick Rue und Bart Clement. Wishart legt Wert auf die Qualität non-linearer Entwicklung. Entsprechend unvorhersehbar gestalten sich ihre Konzerte...  
         
     
       
     
     
 
     
      Annalisa Cattani (*1968) Italien Annalisa Cattani beschäftigt sich mit Fragen der Wahrnehmungspsychologie. Mit unterschiedlichen Medien und Herangehensweisen werden wesentliche Aspekte der individuellen Erfahrung der Außenwelt geöffnet. Dabei beschränkt sich Cattani nicht nur auf die Darstellung der eigenen Empfindungen, sondern versucht auch die Erlebnisse Dritter mit unterschiedlichen medialen Strategien erfahrbar zu machen. So wirbt zum Beispiel ein fingierter Bücherstand für die Publikation eines Autors Angiello Di Verona. Bei dem vermeintlichen Schriftsteller handelt es sich jedoch um den Großvater der Künstlerin. Das Buch besteht aus der Zusammenfassung eines sich über 3 Jahre erstreckenden Briefaustausches mit der Enkelin. In einer anderen Arbeit simuliert ein dokumentarisches Video die Sichtbeschränkung der Welt eines langsam erblindenden Freundes.  
       
         
      Dario Parisini (*1966) Italien Der italienische Multi-Instrumentalist und Komponist Dario Parisini findet seine musikalischen Wurzeln in der Independant - und Punk-Rock Szene Bolognas der späten 70er Jahre. Nach verschiedenen Bandprojekten wandte sich der notorische Non-Konformist allerdings von den enge Genregrenzen einer Bewegung ab und definierte seine Musik neu: mit dem erklärten Ziel des Tabubruchs wurde "Disciplinatha" gegründet. Ähnlich wie die (ex-) jugoslawischen Grenzgänger "Laibach", entstand ein Stil, in dem sich die Zuhörer mit den totalitären Gesten und faschistoiden Aspekten der Pop-Kultur als Massenbewegung konfrontiert fanden. 1997 löste sich die Band nach über zehnjähriger Zusammenarbeit auf und Parisini begann in Solo-Projekten seine eigene Aufarbeitung der Geschichte der elektronischen Musik und Ideen der Interaktiven Kunst zu betreiben.
 
         
   
 
   
Fabrizio Rivola (*1969) Italien Rivolas Arbeit thematisiert und ironisiert die traditionell “letzten” Probleme der Menschheit, wie etwa die Hoffnung auf ein Paradies und ewige Jugend, die Angst vor dem Ende aller Zeiten und anderes mehr aus dem Bereich des Unaussprechlichen. Ungeachtet dieser Tatsache bearbeitet und transferiert Rivola die unterschiedlichen Tabus solange bis er eine Form erhält, die eine Kommunikation möglich macht, nun ungezwungen werden läßt.
So plakatiert er eine Stadt mit Postern die den Schlußverkauf des Jahrtausends ankündigen, eine italienische Kleinfamilie findet sich unvermittelt auf einem paradiesischen Bilderbogen der Zeugen Jehovas wieder und 2m große Heftpflaster bedecken eine sorgfältig verputzte Galleriewand als gelte es eine überdimensionale Wunde zu verdecken.
 
   
 
         
     

Yukio Fujimoto (*1950) Japan wurde 1950 in Nagoya, Japan geboren. Er studierte Musikwissenschaften an der University of Arts, Department of Musicology in Osaka. Seit den 70er Jahren entwickelte er Performances und Installationen mit den Mitteln digitaler und analoger Elektronik. Seine seit den 80er Jahren entwickelten „sound objects” bilden die Basis für unterschiedliche Installationen und Aufführungen, die sich der Transformation des Ortes durch Technologie widmen. 1999 entstand auf Anregung des Kurators Shinichi Yanai die erste gemeinsame Arbeit der beiden japanischen Künstler: “Ichihara Talking”. Zusammen mit zwei anderen Künstlern ist Yukio Fujimoto der Repräsentant Japans auf der diesjährigen Biennale in Venedig.

       
   
 
   
 
   

Hiroko Ichihara (*1968) Japan wurde 1963 in Kyoto, Osaka geboren. 1985 graduierte sie an dem Kyoto College of Art, Department of Graphic Design. Ihre seit den 80er Jahren durchgeführten Arbeiten bedienen sich ausnahmslos Schrift und Sprache als Medium. In der zeitgenössischen Kunstszene Japans gilt sie als Pionierin diese Genres. Ihre Installationen, Performances und Objekte thematisieren die Relationen zwischen den Funktion und den Bedeutungen von Wörtern. Ihr Augenmerk gilt dabei den Begriffen „Lachen” und „Lieben.” Hiroko Ichara veröffentlichte ihr erstes Buch im November 2000.

 
         
         
     

AUVID Ales Killian (*1975)- Ladislav Zelezny (*1979)
& Vaclav Ondrousek (*1977) & Dusan Urbanec (*1977) Tschechische Republik

1999 schlossen sich Ladislav Zelezny & Ales Killian zu der Künstergruppe Auvid zusammen. Der Name - eine Fusion der Worte Audio und Video - ist Programm. Jedoch geht es um mehr, als nur einer Suche nach einer neuen intermedialen Kunstsprache, denn Kommunikation und Metaphysik sind die eigentlichen Themen, um die es den zwei jungen Künstlern geht. In ihren Arbeiten wollen sie die Welt als Klanggarten zugänglich machen. Musik wird hierzu als Werkzeug verstanden, das die Kommunikation und das Eindringen in eine nur träumend erfahrbare, jedoch reale Wirklichkeit ermöglicht. In der eigens für Among Others,4 vom FCCA Prag angeregten Kooperation mit dem Künstler Dusan Urbanec und dem Programmierer Vaclav Ondrousek wird die esoterische Philosophie des Duos einem konstruktivistischen, von Club-Culture und Techno geprägtem Weltbild gegenübergestellt. Der öffentliche Raum - insbesondere der öffentliche Nahverkehr - wird erklärtes Spielfeld der gemeinsamen Installation werden. Das Projekt “INNERWAVES” generiert und recycled Klänge von Plätzen der Stadt, um diese mittels eines eigens entwickelten Interfaces transformiert, in bestehende öffentliche Lautsprechersysteme einzuspeisen. Es ensteht ein stadtweite Feedbackschleife.

 
         
   
 
   
Dirk Wachtelaer (*?) Belgien Die Musik des belgische Komponist und Schlagzeuger Dirk Wachtelaer ist in ihrer Offenheit und ihrem Facettereichtum kaum einzuordnen. Als ausgebildeter Percussionist beschäftigte er sich intensiv mit Marokkanischer Musik, und tourte als Mitglied von "Princesse 'M Bila's notorious soukous Band" durch die Musiklandschaften Nordafrikas. Parallel verfolgte er diverse New Wave und zeitgenössische Musikprojekte, bis er schließlich seine Instrumentarium neu strukturierte und sich mit einer außergewöhnlichen Vermischung von elektronischen und akustischen Impulsen einen Namen als Innovator des Genres "Percussion" machte. Während die Soloaufnahmen sich ganz auf die Erforschung eines musikalisch minimalistischen Terrains zwischen Interaktion mit selbst-programmierten Prozessen und Improvisationkonzentrieren, öffnet sich seine Musik im Rahmen diverser Bandprojekte extremen Kooperationen, deren Gestus von Neuer Kammermusik bis Hip-Hop reicht.
 
   
 
   
 
     

Harald Busch (*1955) Deutschland In Rauminstallationen untersucht Harald Busch das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, von Körpern und Wänden. Dieses traditionell bildhauerische Verfahren wird durch die installative Sichtweise intensiviert. Es ergibt sich eine besondere Ausprägung konkreter und zugleich raumbezogener Arbeiten, häufig mit Videoarbeiten kombiniert. Letztere gehen bis an die Grenzen des Mediums: Busch arbeitet analog und digital an dem Verhältnis von “alten” und “Neuen Medien”. Mit den Mitteln der Montage, Überarbeitung oder Verfremdung, auch in Verbindung mit akustischen Signalen, gelingen ihm einzigartige Arbeiten von beeindruckender gedanklicher Stringenz.

   
 
         
   

Organisation: An Seebach, Künstlerhaus Dortmund - Jens Brand, MeX, Dortmund [D] -
Maria Blondeel, Experimental Intermedia, Gent - Peter Morrens Voorkamer, Lier [B]

Gäste: FCCA, Prag [CZ] - FLACC, Genk [B] - Zone, Bologna [I] - KeX, Kyoto [JAP]

>Katalog

 
       
     

Rahmenveranstaltungen:

Auftaktveranstaltung zu Projektbeginn in Dortmund:
Freitag 17. August. 2001 um 20 Uhr mit einer Konzertperformance
von Ludo Engels [B] & Stevie Wishart [AUS] : >tracking<.

Symposion Sonntag 26. August 2001 16-20 Uhr:
Die beteiligten KünstlerInnen stellen ihre Projektideen dem Publikum vor.
       
       
      Sponsoren: Kulturbüro der Stadt Dortmund, Kommunalverband Ruhrgebiet,
Hoppe-Ritter-Kulturförderung, LAG Soziokultureller Zentren NRW, DEW Dortmund,
im Rahmen von Vlaanderen in NRW, Vlaamse overheid
[Das Projekt von
Stevie Wishart wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung vom Conference and Workshop Fund of the Australian Network for Art and Technology ANAT]