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pro forma

im Rahmen der transversale - kunst und design in dortmund
>www.transversale-dortmund.net

6. Februar bis 22. März 2009

   
   



Eröffnung: Freitag, den 6. Februar
   
     
 

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Kassandra Becker [Deutschland]
Camilla Dahl [Norwegen]
Ron van der Ende [Niederlande]
Lorenz Estermann [Österreich]
Marie Gerlach [Deutschland]
Gerhard Hahn [Deutschland]
Christoph Platz [Deutschland]
Ariel Schlesinger [Israel]
Dorlis Tellmann [Deutschland]
Frederik Tolmatcheff [Belgien]
Freek Wambacq [Belgien]

 
   
   
     
 

Alles was Menschen umgibt, ist längst von ihnen geformt worden, ist Design: Von den alltäglichen Dingen bis zur – scheinbar natürlichen – Landschaft: Kleidung, Geräte, Gebrauchsgegenstände, Gebäude, Städte, die ganze Umgebung ist gestaltet; Nahrungsmittel, selbst Tiere und Pflanzen werden mittlerweile planmäßig in einer bestimmten Ausformung reproduziert. Dabei wandeln die Formen sich permanent, lassen im Lauf der Zeit Stile und Moden erkennen.

In der bildenden Kunst hingegen geht es scheinbar um die Form selbst; beziehungsweise darum, dem subjektiven Verhältnis des Künstlers zur gestalteten Wirklichkeit Ausdruck zu geben. Das künstlerische Arbeiten ist fast immer frei von dem Anspruch, etwas herzustellen, was eindeutig
nutzbar ist und unmittelbar gebraucht werden kann.

Die Vorstellung, man könne eine Trennlinie ziehen zwischen funktionalen Produkten (Design) und Objekten, die vom unmittelbaren Nutzen unabhängig sind (Kunst), stellt sich jedoch als problematisch heraus: Die sich immer weiter entwickelnden Formensprachen von Design und Kunst beeinflussen sich gegenseitig und verwischen diese Grenze aus unterschiedlichen Gründen.

Die Gestaltung von Konsumgütern soll nicht nur leisten, dass sie zuverlässig funktional sind, sondern die ästhetische Qualität des Designs unterscheidet sie von vergleichbaren Konkurrenzangeboten. Für diese ästhetische Qualität sind in der Kunst schon lange keine mustergültigen Vorbilder mehr zu finden. Aktuelle Kunst spiegelt dagegen oft selbst die Formensprache des alltäglichen Designs und macht so diese Grenze in beide Richtungen durchlässig.

In der Ausstellung „pro forma“ werden künstlerische Arbeiten vorgestellt, die Formen alltäglicher Dinge oder dekorative Muster als gestaltetes Material nutzen, spielerisch überarbeiten oder in verschobenen Kontexten einsetzen. Trotz ihrer einfachen und bekannten Gestaltung erzielen sie eine überraschend befremdliche Wirkung und stören subversiv das vorschnelle Einordnen in Kategorien wie Funktion oder Geschmack.

„pro forma“ stellt die Frage nach den künstlerischen Möglichkeiten individueller ästhetischer Erfahrungen in einer fast restlos durchgestylten, d.h. fremd vorbestimmten äußerlichen Welt. Die eingeladenen Positionen weisen über ihre künstlerische Qualität hinaus einen Alltagsbezug auf, der sie in einen provokanten Zusammenhang mit der gestalteten Umgebungsrealität stellt.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

 
 
 
 
  Kassandra Becker  
   
   
 
 

Vervielfältigungen, Spiegelungen, Verdopplungen sind wiederkehrende Motive im Werk von Kassandra Becker. Die Künstlerin benutzt bereits vorhandenes Material mehrfach. Sie vervielfältigt Figuren, stellt sie zu Gruppen oder Paaren zusammen. Für die Tapeten ordnet sie Fotografien ihrer Figuren symmetrisch zu Ornamenten an.

 
 
     
  Camilla Dahl  
 
   
   
 

 

Eine Hostess liegt entspannt auf der Champagnerbar, während sie unten am Objekt Champagner serviert. Der Champagner tröpfelt in eine Schale. Der Besucher ist aufgefordert, sich hinzuknien und die Flüssigkeit aus den drei Öffnungen zu genießen. Ein Gespräch mit der Hostess kann sich anschließen. (C.D.)

 
 
     
Ron van der Ende  
 
 
 
   
 

Ron van der Ende arbeitet als Bildhauer in Rotterdam und fertigt perspektivisch angelegte Bas- Reliefs von Automobilen und Bildern des Industriezeitalters und führt gleichzeitig mit diesem optischen Recyceln von Ikonen gebrauchtes Holz einer neuen Nutzung zu.

   
     
  Lorenz Estermann  
 
   
   
 

 

Estermanns Modelle sind architektonisch anmutende Objekte, die sowohl den Real- und somit Alltagsraum intervenieren, als auch als Projektionsmotive für autonome virtuelle Raumsituationen fungieren können. (F.Steininger)

 
 
     
Marie Gerlach  
 
 
 
   
 

Marie Gerlach zeigt Fotos, deren Motive scheinbar vorgefundene
Bauteile eines Geräts sind. Das technische Design der Modelle ist jedoch für diese Fotos extra von der Künstlerin geschaffen worden.

   
     
Gerhard Hahn  
 
 
 
 
 

In seinen Projektkooperationen mit Industriepartnern konfrontiert Gerhard Hahn die in den anonymen Serienfertigungen vorgefundenen Produktionsmethoden, Produkterscheinungen, Materialien und Fehler mit seinen persönlichen künstlerischen Visionen. In diesem Spannungsfeld transformiert er seine Arbeit zu hybriden technisch-organischen Neuschöpfungen und Variationen. Prozess und Werk erhalten so eine authentische, menschliche Dimension.
Die ausgestellten Arbeiten sind Ergebnisse aus den Projekten THE LANGUAGE OF IRON in der Kohler Co. Eisengießerei, Wisconsin und dem Projekt REPRODUKTUS mit der Saint Gobain Gruppe in Bexbach/Saar mit dem synthetischen Hochtemperatur-Keramikmaterial Siliciumcarbid (vgl.Abb).

   
     
Christoph Platz
 
 
 
 
 

 

Christoph Platz erarbeitet holzbildhauerisch farbig gefasste Hohlformen, denen der menschliche Körper abhanden gekommen zu sein scheint. Stattdessen beginnen die Kleidungsstücke ein zweites, bildhauerisch bestimmtes Leben.

   
     
  Ariel Schlesinger  
 
   
   
 

 

Schlesinger verändert industriell vorgegebene Formen zu neuen Gebilden oder lässt Handschriftliches von Maschinen erstellen: er wägt Funktion und Kunst gegeneinander ab.

 
 
     
Dorlis Tellmann  
 
 
 
   
 

Dorlis Tellmann nutzt alltägliche Dinge, wie z.B. Heizkörper – deren Form eigentlich unauffällig bleiben soll – als Teile für eine verspielte Installation aus Licht und Bewegung.

   
     
Frederik Tolmatcheff  
 
 
 
 
 

Tolmatcheff gestaltet städtische Interventionen auf der Grenze zwischen Stadtraummöblierung und Kunst im öffentlichen Raum, indem er die Funktion seiner Eingriffe jeweils thematisch auf die Nutzer ausrichtet.

   
     
Freek Wambacq
 
 
 
 
 

 

Wambacq kombiniert gestaltete Gegenstände zu neuen Ensembles, indem er sie massenhaft zu Skulpturen antreten lässt, sie durch Gravuren verändert oder sie schlicht in neue Kontexte bringt. Die so erzeugten Bilder befreien die Gegenstände – nicht nur von ihrer Funktion.

   
 
 
   
 

Einladungskarte ©:
Abbildungen
©: die KünstlerInnen; Eröffnung: Jens Sundheim

Organisation: Nina Glockner | Barbara Koch | Willi Otremba | Ulrike Stockhaus
Konzept und Projektleitung transversale: Ulrike Stockhaus

unterstützt durch: Sparkasse Dortmund, Kulturbüro der Stadt Dortmund